Postjugoslawische Literatur als Weltliteratur?
Veröffentlicht am %2026
Schlagwörter
- Svetozar Petrović,
- jugoslawische Literatur,
- Weltliteratur,
- Exil,
- Integration
Abstract
Die Frage nach den in den Gebieten Südosteuropas in der Vergangenheit und bis in die Gegenwart geschriebenen Literaturen kreist um die Sprache, in der sie verfasst sind, und folglich um die Nation, mit der diese Sprache verbunden wird. Die Literaturwissenschaft hat sich diesem Problem im Allgemeinen anhand zweier unterschiedlicher Paradigmen genähert: des inklusiven und des exklusiven. Beide sind historisch bedingt; zugleich hat sich jedoch eine Forschungsperspektive herausgebildet, die zwischen diesen beiden Polen vermitteln und eine Position jenseits ihres Gegensatzes formulieren möchte. Einen bedeutenden Beitrag hierzu leistete Svetozar Petrović, der 1965 die These vertrat, dass die jugoslawischen Literaturen eine verflochtene Konstellation miteinander verbundener und wechselseitig durchlässiger Nationalliteraturen bilden, vergleichbar mit Erich Auerbachs und Ernst Robert Curtius’ Vorstellung von europäischer Literatur. Im Anschluss an diesen Ansatz entwickelt die vorliegende Studie das Argument weiter, indem sie die postjugoslawische Literatur in den weiteren Horizont der Weltliteratur einordnet. Diese These wird dadurch untermauert, dass auch Texte, die in anderen Sprachen als den südslawischen verfasst wurden – insbesondere Exilliteratur –, in die Konzeption einer neu formierten jugoslawischen Literatur einbezogen werden, die paradoxerweise erst nach dem Zerfall des Landes entstanden ist.
Zitationsvorschlag
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