Band 96
Artikel

„[…] člověk především nikdy není jen produktem vnějšího světa“. Václav Havels präsidiale Rhetorik impliziter Konzessionen

Veröffentlicht am 06.08.2026

Schlagwörter

  • Václav Havel,
  • Präsidialrhetorik,
  • concession,
  • Transition

Abstract

Dieser Beitrag untersucht die Entwicklung der Präsidialrhetorik des einstigen Dramatikers, Dissidenten, politischen Gefangenen und schließlich Staatspräsidenten Václav Havel. Das Hauptaugenmerk liegt auf seiner ersten Fernsehansprache als neugewählter Präsident der Tschechoslowakei vom 1. Januar 1990. Damit rückt Rhetorik in einer politischen Übergangsphase in den Mittelpunkt. Der Verfasser widerlegt Martin Bermeisers irreführende Annahme von einer „holistischen Rhetorik“ Havels (2017). Im Gegenzug zum ethischen Wertbegriff Holismus schlägt der Aufsatz eine genuin rhetorische Konzeptualisierung vor und führt Havels Benutzung von concessio als anti-antagonistischer figura sententiae vor. Dies leitet über zur Hypothese eines impliziten Modus von ‚Konzessivität‘, welcher in Präsidialrhetoriken von Transitionszeiten dominiere, womit sich der Blick weitet für künftige quantitative ‚corpusrhetorische‘ Forschung.

Zitationsvorschlag

Uffelmann, D. (2026) “„[…] člověk především nikdy není jen produktem vnějšího světa“. Václav Havels präsidiale Rhetorik impliziter Konzessionen”, Wiener Slawistischer Almanach, (96), pp. 347–360. doi:10.5282/5z4avt55.